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Gemeinsam Zeit verbringen

Zoë Rouwen: „Nur der Pfälzerwald und ich.“

Zoë Rouwens Augen leuchten, als sie diesen Satz sagt. Drei Mal die Woche schlüpft die US-Amerikanerin in die Joggingschuhe und läuft fünf bis zehn Kilometer durch die Weinberge. Ganz allein. „Egal, wie viel Arbeit ich habe: Fürs Laufen ist immer Zeit. Ich brauche keine Termine und kein teures Equipment. Ich laufe einfach los.“ Den Alltag abschalten, entspannen.

Zoë Rouwen ist in den Allegheny Mountains in Pennsylvania aufgewachsen. „Ein Skigebiet“, präzisiert sie. Eltern, Verwandte, Bekannte – ihr persönliches Umfeld bestand aus Skilehrern und so war es völlig normal, dass auch sie frühzeitig auf den Brettern stand. Die Verbindung zum Sport war also früh hergestellt und wurde auf der High School intensiviert, denn in den USA ist es üblich, dass die Schüler durch eine breite Angebotspalette zur Bewegung animiert werden. „Ich war eine Allrounderin und habe mich nie auf eine Sportart spezialisiert“, sagt Zoë Rouwen, die sich gerne an die Basketball-Turniere mit den „Eagles“ – so der Nickname ihrer Schule – erinnert.

Das Germanistik-Studium führte sie 1992 für zwei Semester nach Bremen, wo sie im Studentenwohnheim ihren Mann Stefan kennenlernte. „Er hat mich gefragt, ob ich mit zum Floorball-Training kommen möchte“, schmunzelt Zoë Rouwen. Sie wollte. Sie kehrte 1993 noch einmal in die Staaten zurück, um ihr Studium abzuschließen, vier Jahre später läuteten die Hochzeitsglocken – in Deutschland. Seit 1999 lebt sie dauerhaft in Europa. Aus der zweiköpfigen Familie ist eine vierköpfige geworden, mit den Töchtern Francesca (10) und Sylvia (7) leben die Rouwens seit 2009 in Neustadt an der Weinstraße.

In Bremen arbeitete Zoë Rouwen unter anderem als Englisch-Lehrerin im Nachwuchsinternat des Fußball-Bundesligisten SV Werder. Heute ist sie selbstständige Diplom-Übersetzerin für die Sprachen Englisch, Deutsch und Spanisch. „Sport“, sagt sie, „ist interkulturell. Er ist ein Mittel, um Menschen kennenzulernen und Sympathien aufzubauen.“ Die ganze Familie ist in Neustadt einem Tennisverein beigetreten. Hier der Mannschaftssport, Tennis, da der Einzelsport, Laufen. Wenn sie durch die Weinberge joggt, nimmt sie gerne ihre Kinder mit. „Sie begleiten mich auf dem Fahrrad und sind natürlich schneller als ich.“

Die Möglichkeit, Sport zu treiben und gleichzeitig mit Francesca und Sylvia etwas unternehmen zu können, bedeutet Zoë Rouwen sehr viel. Gerade dieser Aspekt gefällt ihr an der Aktion „alla hopp!“ sehr gut. „Die Eltern können Sport machen und die Kinder sind aktiv dabei. Was sonst schwierig zu organisieren ist, ist hier Bestandteil der Idee. Ich hoffe, dass wir in Neustadt einen solchen Bewegungsparcours bekommen“, sagt sie.

Und da wäre noch ein Punkt, der sie am alla hopp!-Konzept begeistert: Das Modul „Naturnaher Spiel- und Bewegungsplatz für Schulkinder“, das von den Kindern zusammen mit der jeweiligen Kommune mitgestaltet werden soll. Gerade erst hat Zoë Rouwen als Mitglied des Elternbeirats mit anderen Eltern, Schülern und Lehrern den Hof der Heinz-Sielmann-Schule in Neustadt umgestaltet. Mit der Unterstützung mehrerer Förderer, unter anderem der Dietmar Hopp Stiftung, ist aus einer kalten Asphaltatmosphäre ein attraktiver, naturnaher Pausenfreiraum mit Baumstamm-Mikado, Korbschaukel und Rutschburg entstanden. „Die Arbeit hat uns und den Kindern unheimlich viel Spaß gemacht. Die Freude an einem Pausenhof oder einem Parcours ist ungleich größer, wenn ihn die, die ihn benutzen, bei Wind und Wetter mitgestaltet haben!“

In den USA gibt es das klassische Vereinsleben, wie wir es in Deutschland kennen, nicht. Sport wird in den High Schools oder den Universitäten betrieben, ansonsten in der Freizeit. Dafür stehen der Öffentlichkeit beispielsweise Tennisplätze oder Leichtathletik-Anlagen kostenlos zur Verfügung. „So etwas habe ich hier vermisst. Dass alla hopp! generationsübergreifende Bewegungsmöglichkeiten anbietet, empfinde ich als spannend und etwas ganz Besonderes.“ Sport ist für Zoë Rouwen die ideale Kombination von Spaß und Gesundheit. „Im Alter kommt das Bewusstsein, dass man für sein Wohlbefinden auch etwas tun muss. Für eine sportbegeisterte Familie, wie wir es sind, ist das eine ganz tolle Sache, wenn wir gemeinsam aktiv sein können.“

Floorball – in Deutschland auch als Unihockey bekannt, aber nicht sehr verbreitet – ist für Zoë und Stefan Rouwen eine schöne Erinnerung. Heute stehen neben der Medenrunde im Tennis Wanderungen, zum Beispiel zum Hambacher Schloss, Radfahren und Joggen auf dem Plan. „Der Pfälzerwald und ich.“ Bald könnte es heißen: „Die alla hopp!-Anlage und wir.“