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Gemeinsam Zeit verbringen

Manuel Stich: „Der Sport nimmt mir den Stress, der sich im Alltag aufbaut. Er ist wie ein Ventil zum Druckablassen.“

Wenn ich meine Laufschuhe an habe, geht’s los." Manuel Stich sagt diesen Satz und der Zuhörer möchte sich im selben Moment ebenfalls die Senkel schnüren und mitlaufen. Der junge Mann aus Rülzheim lebt diesen Sport, knapp 40 Kilometer spult er durchschnittlich pro Woche runter. Dabei beschränkt er sich aber nicht auf die eigene Aktivität, sondern überträgt den Laufvirus an wen er nur kann. An Tagen, an denen er nicht zum Laufen komme, sei er unerträglich, gesteht er. Zum Leidwesen meiner Freundin." Dass sein Heimatort zu den 18 begünstigten Kommunen gehört, die eine alla hopp!-Anlage erhalten, empfindet der passionierte Läufer als großes Glück.

Seit seinem vierten Lebensjahr ist Manuel Stich bei der Leichtathletik Gemeinschaft (LG) Rülzheim aktiv. Als Elfjähriger kam der Mittelstreckenspezialist in die Leistungssportgruppe, trainierte fünf Mal die Woche und wurde unter anderem Pfalzmeister über 1.000 Meter. Doch es waren weniger die Erfolge, die ihn antrieben, sondern sein Trainer Edmund „Ede“ Hamburger, der für Manuel Stich so etwas wie ein Ziehvater war und nicht nur die Liebe zum Laufen, sondern auch für den Verein entfachte.

Im Alter von 14 Jahren war für Manuel Stich allerdings Schluss mit Leistungssport. „Das war ein schleichender Prozess", beschreibt er die Schmerzen, die ihn immer mehr plagten und sich als Knochenhautentzündung entpuppten. 2006 bestritt er seinen letzten Wettkampf, aber ganz aufzuhören kam nicht in Frage. Also schlug Stich die Trainer-Laufbahn ein, übernahm als jüngster lizensierter Übungsleiter der LG erst eine Jugend- und schließlich eine Leistungsgruppe und zwar ehrenamtlich, fünf Mal die Woche. Als er 2013 an der DHBW Karlsruhe den Studiengang „Steuern und Prüfungswesen" startete, wurde die Zeit-Hürde immer höher und er musste dieses Amt niederlegen. „Ich wollte so lange wie möglich weitermachen, aber irgendwann konnte ich dieses Pensum nicht mehr leisten", sagt Stich, der sich allerdings einen Alltag ohne „seine" LG nicht vorstellen kann und daher kurzerhand den Fitnesskurs „Body Fit" ins Leben rief.

„Meine Intention war es, Jüngere und Ältere im Verein zusammenzubringen", erklärt Stich, der acht Wochen lang freitags eine 30-köpfige Gruppe im Alter zwischen 16 und 55 Jahren begrüßte. Eineinhalb Stunden Krafttraining, „Lauf-ABC“ sowie Koordination und Stabilisation standen dann auf dem Programm. „Das hatte Fortgeschrittenen-Niveau, wir haben regelmäßig im 180-Puls-Bereich trainiert."

Die LG Rülzheim ist seitdem um ein attraktives Angebot reicher, für den nächsten Kurs sind erneut zahlreiche Anmeldungen eingegangen und auch die generationenübergreifende Kommunikation habe hervorragend geklappt, bestätigt Stich. „Ich habe das Auseinanderdriften von Jung und Alt in unserem Verein sehr bedauert und freue mich umso mehr, dass wir diese Lücke mit gemeinsamem, leistungsorientiertem Training ein Stück weit geschlossen haben!"

In seine sportliche Zukunftsplanung passt es daher optimal, dass nun auf dem Rülzheimer Festwiesengelände im Rahmen der Förderaktion alla hopp! der Dietmar Hopp Stiftung eine generationenübergreifende Bewegungs- und Begegnungsanlage entsteht. „Das Areal befindet sich am Waldrand, eine solche Anlage ist die perfekte Ergänzung zum Lauftraining", sagt Stich und fügt hinzu: „Ich werde sie definitiv für meinen Kurs nutzen!" Vor allem das Modul „Bewegungsparcours für Jedermann“ mit ausgewählten Fitnessgeräten wird sich dazu hervorragend eignen.

Doch es ist nicht nur dieses neue Bewegungsangebot, das seinen Body-Fit-Kurs abrundet, auf das sich Manuel Stich freut. „Rülzheim ist eine sportliche Gemeinde. Durch alla hopp! entsteht ein Treffpunkt für die Vereine untereinander, die Gemeinschaft wird gefördert, junge und ältere Mannschaften werden zusammen mehr Sport treiben." Auch aus den benachbarten Ortschaften Bellheim, Kuhardt oder Hördt erhofft er sich regen Zulauf. „Die Anlage kann auch in Kombination mit unserem Badesee oder der Skaterbahn genutzt werden, da lohnt sich der Weg auch für Sportler, die von außerhalb kommen."

Früher, so Stich, sei er auch mal gerne aufs Rennrad gestiegen oder ins Fitness-Studio gegangen. Aber bei keiner anderen Sportart könne er so gut abschalten wie beim Laufen in der freien Natur. Motivationsprobleme kennt er nicht, seine Kursteilnehmer dadurch auch nicht. „Es ist einfach eine Frage, wie man die Menschen anpackt und mitnimmt." Das Gefühl, abends auf der Couch zu liegen und zu spüren, dass man Sport getrieben hat, sei einfach zu schön. Da spielt auch die Tages- und Jahreszeit keine Rolle. Laufschuhe anziehen – und dann geht’s los!